Heute aus Zeitnot etwas kürzer, daher direkt zum Review des Tages:
Serpico

Regie: Sidney Lumet
Darsteller: Al Pacino ("Frank Serpico"), John Randolph ("Sidney Green"), Barbara Eda-Young ("Laurie"), Jack Kehoe ("Tom Keough")
Plot: Frank Serpico kommt frisch von der Polizeiakademie zur Polizei in der Bronx. Er ist voller Tatendrang, muss aber schon an seinem ersten Tag feststellen, dass alle seine Kollegen den Dienst mehr als verlängerte Freizeit ansehen. Die ersten kleineren Probleme bekommt Serpico schon beim Mittagessen, als er nicht das bekommt was er geordert hat und sein Kollege ihm erzählt, dass er doch ruhig sein soll immerhin war das Essen umsonst. Umsonst? Ja, umsonst. Denn schon hier beginnt die Korruption der New Yorker Polizei. Wenn sie den Ladenbesitzer in zweiter Reihe parken lassen solange er auslädt, sind die Sandwiches mittags umsonst. Serpico jedoch hält nichts von umsonst. Als er merkt, dass die Korruption auch in größerem Stil vorhanden ist, lässt er sich versetzen. Doch auch in anderen Revieren herrscht die Korruption vor und Serpico bekommt schnell Probleme, da er einfach kein Geld annehmen will. Schließlich wendet er sich an höhere Stellen innerhalb der Polizei, aber auch diese sind nur minder hilfreich. Als erpico ganz noch oben geht stellt sich ihm das nächste Problem: Er will nicht aussagen, er will nur, dass die Korruption ein Ende hat. Jedoch gestaltet sich dieses Vorhaben als schwierig...
Review: Der Film beginnt eigentlich kurz vor dem Ende. Man sieht einen bärtigen Mann dessen Geischt blutüberströmt ist. Er sitzt in einem Polizeiwagen, scheinbar sind sie auf dem Weg zum Krankenhaus. Lumet schneidet zum Captain der Polizei, der gerade am Telefon erfährt, dass Serpico angeschossen wurde. Er sieht entsetzt aus. Einige Zeit später kommt er ins Krankenhaus, mit ihm der Staatsanwalt. Beide sprechen Serpico ihr Bedauern aus. Ist Serpico also ein Polizeiheld? Diese Frage beantwortet der Film sehr schnell. Durch sein Verhalten wird Serpico eher zum Außenseiter als zum Held: Er ist einer der letzten ehrlichen Cops in New York. Sidney Lumet hat hier ein Soziogramm über einen Polizisten geschaffen, der seine Ideale niemals über Bord wirft. Weder nimmt er das Schmiergeld an, noch lässt er sich dazu drängen seine Haare und seinen Bart zu schneiden. Er ist eben ein Idealist. Und diesen Idealist stellt Al Pacino wunderbar dar. Nach seiner Rolle in Coppolas "Der Pate" ist Serpico Pacinos erster Film in dem er die alleinige Hauptrolle übernimmt. Dafür erhält er seine zweite Oscarnominierung, die er damals zu Recht erhalten hat. Er hätte ihn 1974 auch sicher verdient gehabt, leider wurde es ihm wie im Jahr davor und in den beiden darauffolgenden Jahren verwährt. Nichtsdestoweniger ist Pacinos Darstellung der Höhepunkt der sich durch den ganzen Film durchzieht. Keiner seiner Nebendarsteller kommt auch nur ansatzweise an Pacino heran.
Insgesamt gefällt "Serpico" aber nicht nur durch den grandiosen Pacino sondern auch durch die Darstellung von New York und die sich immer mehr zuspitzende Korruptionsaffäre innerhalb der gesamten Polizei, die Serpico mehr und mehr zum Hassobjekt macht.
8,5 von 10 randvollen Schmiergeldumschlägen
Das war's für heute.
Bis morgen
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen