Sonntag, 18. Mai 2008

#2

Servus,
zweiter Tag, zweiter post. Soweit so gut.
Der FC Bayern ist überraschenderweise zum 21. Mal Meister geworden. Sehr gute Abschiedsvorstellung des FCB vor ausverkauften Haus gegen die Berliner Hertha. Mal wieder eine Galavorstellung von Luca Toni und Franck Ribery. Oli Kahn hat seinen Rekord. 21 Gegentore in 34 Spielen. Das ist neuer Defensivrekord. Und das nachdem im letzten Jahr die Defensive oftmals gewackelt hat. Stark was Ottmar Hitzfeld da geschaffen hat. Ich hoffe, dass er mit der Nati aus der Schweiz zur WM 2010 fahren kann. Der General ist der erfolgreichste "deutsche" Trainer und das hat er sich auch verdient. Auch wenn er nie der Sympath war der zum Beispiel Jürgen Klopp ist. Er ist ein sehr menschlicher Trainer der zwar seine Gefühle meistens nicht zeigt, aber der mir heute bewiesen hat das er nicht nur ein großer Trainer sondern auch ein großer Mensch ist.
Auch für Oli Kahn war das heute der letzte Spieltag in der Bundesliga. 558 Spiele in der Bundesliga. Rekordtorwart. Rekordmeister. 24 Titel. Der beste Torhüter den Deutschland jemals gesehen hat und das obwohl wir nach wie vor eine Torhüternation sind. Mir werden seine Interviews und seine Ausraster auf dem Spielfeld sehr fehlen, aber er wird ja im ZDF die Nachfolge von Kloppo und Urs Meier antreten und bleibt uns somit noch bis mindestens 2010 erhalten. Auch bei ihm merkt man, dass in den letzten Wochen eine Last von seinen Schultern gefallen ist. Er wirkt sehr gelöst.
Spannend waren natürlich auch die Spiele um den UEFA-Cup. Leverkusen hat es nicht geschafft sich für die internationalen Wettbewerbe zu qualifizieren. Ein harter Schlag für die Fans und den Verein. Ich befürchte, dass es das jetzt für Michael Skibbe gewesen sein könnte. Mal abwarten. Mein Tipp: Skibbe muss gehen wenn Mainz nicht aufsteigt. Wenn die 05er nicht aufsteigen wird Kloppo nächste Saison in Leverkusen auf der Bank sitzen.
Jetzt freue ich mich auf die EM, bei der wir Europameister werden können.

Zu meinem heutigen Filmreview:

Dog Day Afternoon


Regie: Sidney Lumet

Darsteller: Al Pacino (Sonny Wortzik), John Cazale (Sal), Charles Durning (Sgt. Det. Moretti)

Plot: Sonny Wortzik und sein Kumpel Sal wollen eine Bank ausrauben. Eine Sache von 20 Minuten denken sie sich. Als sie dann in der Bank sind verschwindet ihr dritter Mann aus Angst nach wenigen Minuten. Also sind Sonny und Sal auf sich allein gestellt. Nach kurzer Zeit klingelt das Telefon. Dran ist die Polizei die auf der anderen Straßenseite in einem Barbershop stehen und eiskalt fragen was jetzt zu tun sei. Sonny kümmert sich nun die Angelegenheit und kommuniziert stundenlang mit der Polizei und dem FBI. Irgendwann mitten in der Nacht kommt dann endlich der geforderte Bus der Sonny, Sal und die 7 übrigen Geiseln zum JFK bringen soll. Wird es ihre letzte Fahrt?

Review: "Hundstage", so der deutsche Filmtitel ist ein ehrlicher Bankraubfilm, der auf Tatsachen beruht. Man hat beim Anschauen das Gefühl, dass in den 70ern in New York sowohl die Bevölkerung als die Polizei einen an der Klatsche hat. Die Polizisten scheinen unfassbar ungeschult was solche Situationen angeht. Selbst die Leute die das Sagen haben. Die Zivilbevölkerung, die das Ganze natürlich wahnsinnig spannend findet, schlägt sich relativ schnell auf die Seite der Kidnapper und Bankräuber. Scheinbar war die Polizei zu der Zeit sehr beliebt. Und die Kidnapper sind nicht dämlich sondern auch vollkommen planlos. Sal schafft es mit Mühe und Not die Geiseln in Schach zu halten, während Sonny die Hälfte der Zeit unbewaffnet auf der Straße vor der Bank rumrennt und sich sogar vom Freund einer Geisel verprügeln lässt. Natürlich kommt ihm die Polizei in dieser Situation zu Hilfe und verhaftet den Freund der Geisel. Wenn man darüber hinwegsieht, dass solch ein Szenario heute wohl unvorstellbar wäre, ist "Dog Day Afternoon" eine sehr gute psychologische Studie über das Verhalten von Menschen in Extremsituationen. Auch die Geiseln unterstützen Sal und Sonny und scheinen teilweise bessere Ideen zu haben als ihre Kidnapper.
Wenn man bedenkt wie Banküberfälle in Filmen der heutigen Zeit dargestellt werden (z.B. "Inside Man") ist man schon überrascht. Die Charaktere sind weder tough noch kaltschnäuzig sondern menschlich und voller Fehler. Schade, dass die Eigenschaften in Hollywood heutzutage vollkommen übergangen werden und Charaktere eher eindimensional geworden sind.
Eine Sache muss ich "Dog Day Afternoon" aber vorwerfen:
Er ist nicht durchgehend spannend. Es baut sich kein richtiger Spannungsbogen auf und dadurch zieht sich der Film über die gut 2 Stunden doch schon etwas. Alles in allem kann man sagen, dass "Hundstage" eine gute Ausnahme im Genre der Bankräuberfilme ist, den jeder Filmfan zumindest mal gesehen haben sollte.

7,7/10

That's all folks!
See ya soon.

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